Die Strategie der 3 Geldtöpfe – einfach zu mehr Sicherheit

Hier liest du…

  • warum es wichtig ist, dass du nicht dein gesamtes Kapital an der Börse investierst
  • warum du dein Kapital auf drei Geldtöpfe aufteilen solltest
  • wie du entscheidest, wie viel Kapital du den jeweiligen Geldtöpfen zuordnest

Du möchtest an der Börse investieren oder hast vielleicht sogar bereits ein kleines Portfolio aufgebaut? Jetzt stellst du dir aber die Frage, wie viel deines verfügbaren Kapitals du überhaupt an der Börse investieren solltest? Man benötigt doch auch noch Geld für die täglichen Ausgaben und etwas Geld sollte man doch auch für schlechte Zeiten bereit halten, oder?

In diesem Artikel wollen wir genau diesen Fragen auf den Grund gehen. Du erfährst, warum es nicht ratsam ist, das gesamte Kapital an der Börse zu investieren und was es mit den drei Geldtöpfen auf sich hat. Im Anschluss lernst du, wie du dein Kapital auf diese Geldtöpfe aufteilen solltest.

Mit dieser Strategie kannst du sorgenfrei deinen Alltag bestreiten, bist auf unerwartete Ausgaben vorbereitet und kannst gleichzeitig mit guter Rendite an der Börse investieren.

Warum nicht gleich alles investieren?

Natürlich ist es verlockend, mit möglichst viel Kapital von den Kursanstiegen und Dividenden an der Börse zu profitieren. Im aktuellen Null-Zins-Umfeld bringt Bargeld auf dem Girokonto oder auf Tages-oder Festgeldkonten nahezu keine Rendite. Oft hört man sogar, dass die Inflation den Wert von Bargeld vernichtet.

Zwar steckt viel Wahrheit dahinter, dennoch sollte man nicht nur an mögliche Renditen, sondern immer auch an Risikoabsicherung denken.

Stellen wir uns einmal vor, der Großteil deines Vermögens ist in Aktien investiert und es kommt zu einer Korrektur oder sogar zu einer Rezession an den Kapitalmärkten. Die Kurse fallen und deine Aktien werden plötzlich vom Markt deutlich niedriger bepreist. Gleichzeitig kommen jetzt aber unerwartete finanzielle Ausgaben auf dich zu: Motorschaden am Auto, Waschmaschine kaputt, dringende Reparaturen an Haus oder Wohnung. Die Liste möglicher Ausgaben ist lang und lässt sich beliebig fortsetzen.

Um diese Ausgaben zu bewältigen, bist du nun gezwungen, Teile deines Aktienportfolios aufzulösen – und das ausgerechnet zu Kursen, die dem wahren Wert deiner Unternehmen nun ganz und gar nicht entsprechen. Besser wäre es doch, du hättest ausreichend Rücklagen gebildet.

Gleichzeit ist es wichtig, dass du immer auch deine regelmäßigen tagtäglichen Zahlungen leisten kannst. Das sind zum Beispiel deine Wocheneinkäufe, Miete, Strom oder Kraftstoff für dein Auto. Viele Zahlungen fallen zwar regelmäßig aber vielleicht nur einmal im Jahr an, so dass man sie schnell aus den Augen verliert. Ein klassisches Beispiel hierfür sind Versicherungsprämien oder die KfZ-Steuer. Auch für diese Fälle muss stets ausreichend Geld auf dem Konto liegen.

Was sind die drei Geldtöpfe?

Um zwischen den verschiedenen Arten der Geldverwendung zu unterscheiden und um besser überwachen zu können, ob jederzeit Geld in ausreichender Höhe für die verschiedenen Verwendungszwecke zur Verfügung steht, empfiehlt es sich, dein verfügbares Kapital auf getrennten Konten zu führen. Diese Konten sollen im Folgenden vereinfacht als Geldtöpfe bezeichnet werden.

Für deine regelmäßigen Ausgaben sowie für deinen Einnahmen und Einkünfte (Gehalt, Kindergeld, etc.) empfiehlt sich das klassische Girokonto. Auf dem Girokonto ist Geld sofort verfügbar und es können einfach und unkompliziert Zahlungen geleistet und entgegengenommen werden. Heute sind die meisten Girokonten auch noch kostenlos verfügbar.

Wenn es aber darum geht, Rücklagen als Absicherung für unerwartete Ausgaben oder für zukünftige größere Anschaffungen zu bilden, sollte ein eigenes Konto angelegt werden. Da hier keine häufigen Geldbewegungen zu erwarten sind, eignet sich für diesen Zweck am ehesten das Tagesgeldkonto. Dieses kann durch einmalige Einlagen oder auch über einen Dauerauftrag aus dem Girokonto gefüttert werden.

Unter dem dritten Topf kann nun dein Investment-Portfolio, bestehend aus deinem Verrechnungskonto und deinem Depot, zusammengefasst werden. Wer mit einem langfristigen Anlagehorizont investiert und Buy & Hold Strategien verfolgt, sollte am besten alle einmal getätigten Einlagen im dritten Topf belassen und nur im absoluten Notfall wieder Geld aus diesem Topf abziehen. Schließlich soll dieser Topf zum Beispiel als Altersvorsorge dienen, dir einen früheren Renteneintritt ermöglichen oder dich zu einem anderen größeren finanziellen Ziel führen.

Deine Geldtöpfe:

  1. Girokonto für dein Einkommen und deine täglichen Ausgaben
  2. Tagesgeldkonto mit Geldreserve für schlechte Zeiten und für geplante größere Anschaffungen
  3. Investment Portfolio, z.B. bei einem Online-Broker, bestehend aus Verrechnungskonto und Depot

Wie sollte ich mein Kapital auf die Geldtöpfe aufteilen?

Nachdem wir im vorherigen Schritt die drei Geldtöpfe definiert haben, stellt sich als nächstes die Frage nach der richtigen Aufteilung deines Kapitals auf diese Töpfe. Dabei sollte man nicht streng festen Prozentwerten folgen, sondern die Verteilung aus der aktuellen Lebenssituation sowie den eigenen Einnahmen und Ausgaben ableiten. Die folgenden Angaben sollen als Orientierungshilfe dienen.

Topf 1: Girokonto

Um deine regelmäßigen Ausgaben zu decken und auch Ausgaben abzufedern, die zum Beispiel nur jährlich anfallen und leicht vergessen werden, empfiehlt sich ein Bestand in Höhe des doppelten deiner monatlichen Ausgaben.

Gibst du beispielsweise durchschnittlich 1.800 EUR im Monat aus, sollte sich dein Kontostand zum Monatsanfang immer mindestens im Bereich von etwa 3.600 EUR bewegen.
Topf 2: Tagesgeldkonto

Um unerwartete Ausgaben abzudecken, empfiehlt sich ein Bestand in Höhe des 4- bis 6-fachen deiner monatlichen Ausgaben. Dieser Wert ist allerdings stark davon abhängig, in welcher familiären Situation du dich befindest, ob du Hausbesitzer bist und ob du mittelfristig größere Anschaffungen oder Ausgaben geplant hast. In letzteren Fällen sollte der Bestand entsprechend höher ausfallen.

Im Beispiel von monatlichen Ausgaben in Höhe von 1.800, kannst du also durchschnittlich etwa 10.000 EUR auf dem Tagesgeldkonto parken.
Topf 3: Investment-Portfolio

In dein Investment-Portfolio können alle Barmittel fließen, die du nicht den Töpfen 1 und 2 zugeordnet hast.

Innerhalb des Portfolios sollte auf ausreichend Diversifikation geachtet und immer auch ein Anteil deines Portfolios als Barbestand auf dem Verrechnungskonsto geführt werden. Damit kannst du Steuern und Gebühren begleichen und hast gleichzeitig genug Liquidität für neue Investments.

Fazit

Wir haben gesehen wie wichtig es ist, nicht das gesamte Kapital an der Börse einzusetzen. Stattdessen sollte eine Reserve angelegt werden, um unerwartete Ausgaben und Geld für geplante Anschaffungen von deinem Investment-Portfolio und deinem Girokonto zu trennen.

Hierzu sollte dein Kapital auf drei Geldtöpfe aufgeteilt werden: Ein Girokonto, ein Tagesgeldkonto und ein Investment-Portfolio (z.B. bei einem Online Broker). Die Verteilung des Kapitals auf die Töpfe sollte bedarfsgerecht sein und nicht fixen Vorgaben folgen. Als Orientierungshilfe kannst du auf dem Girokonte das doppelte und auf dem Tagesgeldkonto das 4- bis 6-fache deiner monatlichen Ausgaben als Durschnittsbestand heranziehen. Dein Investment-Portfolio kann dann alle übeschüssigen Geldmittel aufnehmen.

Natürlich soll diese Strategie nur eine Orientierungshilfe sein. Wie du dein Kapital im Detail verteilst, ist immer im Einzelfall zu entscheiden. Ich hoffe aber, dass dir dieser Artikel die Wichtigkeit der Trennung deines Kapitals bewusst gemacht hat und du diese Strategie nun auch in Betracht ziehst – wenn auch in abgewandelter Form.


Verfolgst du eine ähnliche Strategie? Hinterlasse gerne einen Kommentar.

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